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Axel Engels in der MZ zum Konzert mit Braedley's Circus

braedleyshomeBesser kann man wohl nicht ins neue Blues-Jahr starten als mit einem mitreißenden Blues-Zirkus. Eine wahre Bereicherung der Blues-Szene und ein unter die Haut gehendes musikalisches Präsent schenkte die Bluesnote-Initiative den Blues-Fans am Freitag im restlos überfüllten Tholi. Aus den Niederlanden war "Bradley's Circus" gekommen, bot ein Feuerwerk mitreißender Songs in einem außergewöhnlichen Gewand.

Seit knapp 6 Jahren ist diese Band mit ihren beiden charismatischen Frontfrauen Mattanja Joy Bradley und Lidewij Veen-Huis der wohl interessantesten Exportartikel aus dem Nachbarland. Ihr tierischer Begleiter auf der Bühne -seine Anwesenheit war sogar vertraglich zugesichert worden- ließ sich vom turbulenten Treiben nicht stören, kaute in aller Seelenruhe auf seinem Knochen. Aber was neben ihm passierte, hat man in dieser Form nur äußerst selten erlebt. Mattanja Joy Bradley verfügt nicht nur über eine ganz markante Stimme und eine unglaubliche Bühnenpräsenz, sie zeigte sich auch an der Gitarre und dem Kontrabass als ganz versierte Saitenkünstlerin. An der Bluesharp ließ Lidewij Veen-Huis ihrer Energie und Lebendigkeit freien Lauf. Virtuos und mit ganz viel Gefühl ergänzten sich die beiden Künstlerinnen in einer mit Sinnlichkeit durchtränkten Show. Mit "I can't love you anymore" eröffnete "Bradley's Circus" ein wahres Feuerwerk rasanter Songs, stilistisch innovativ und alle traditinellen Blues-Grenzen überschreitend. 

Ob in Moll bei "Wasteland" und "Beware the bear" oder in Dur bei "Wang Dang Doodle" und "Don't kick a gal that's down" - jeder Song erhielt ein ganz eigenes Gewand, sprühte nur so vor ungebremster Energie und Emotionen.  Schlagzeuger Beewee Nederkoorn bot mit seinem punktgenauen Spiel die rhythmische Basis, der Bassist Joris Verbogt sorgte, wenn nicht gerade Mattanja Joy Bradley ihm das Instrument aus den Händen nahm, für den tiefen Saitensound. Rock, Blues, Boogie und Country mischten sich in einer vor und auf der Bühne gar schweißtreibenden Art. Wenn ruhigere Balladen die Gemüter etwas abkühlen ließen, bewegte die Stimme von Mattanja Joy Bradley mit ihrer authentischen Art ganz tief, sensibel begleitet vom erstklassigen Lead-Gitarristen André van den Boogaart. Erst kurz nach Mitternacht endete dieser Blues-Zirkus, gab die Band alles und war nach zahlreichen Zugaben wohl genauso erschöpft wie das begeistert mitgehende Publikum.

Axel Engels

Wer noch nicht genug hat von dieser außergewöhmlichen Band, der sollte sich unbedingt den neuen Silberling besorgen. Der ist mit dem Titel "Wang Dang Doodle" bei Lizzy Records eschienen.

 
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